Maennerwissen

Pflegepersonal ist häufig die einzige Kontaktperson

Die Spitex hat in Coronakrisenzeiten eine wichtige Aufgabe. Neben der täglichen Pflege sorgt sie vor allem für den sozialen Kontakt.

Ältere Menschen sind in erster Linie eine große und gefährdete Risikogruppe bei der Corona-Erkrankung. Viele von ihnen werden zu Hause von der Spitex betreut. Die ambulanten Pflegepersonen sind hierbei durch die Pandemie besonders gefragt.

Für sie gilt das Händewaschen und Abstand halten.

Der Eintritt in die Wohnung eines Patienten ist schon fast ausgelassen. Die Pflegefachkraft Iris Egger ist eine Idealistin. Sie liebt die Arbeit mit den älteren Menschen zu Hause. Wenn einmal der Schuh drückt, merkt sie es sofort.

Nach draußen gehen ist immer eine gute Idee, erklärt die 31-Jährige einer Patientin, der langsam die Decke in der Wohnung auf den Kopf fällt. Während sie die nötigen Medikamente bereitlegt, erwähnt sie der Patientin die geltenden Pandemie-Regeln. Es soll immer Abstand gehalten und die Hände gewaschen werden. Sie erklärt zudem, weshalb sie stets eine Maske trägt, welche die jedoch sehr Seniorin irritiert.

 

Viele Alltagsfragen

Marianne Pfister ist die Geschäftsführerin von Spitex in der Schweiz. Dies ist der Dachverband der kantonalen Verbände. Sie weiß, dass die Corona-Pandemie vor allem die Älteren besonders trifft. Vor allem die älteren Menschen sind in dieser Zeit besonders isoliert, da sie die Wohnung nicht verlassen dürfen. In diesem Fall ist die Spitex zumeist die einzige Ansprechperson.

Viele Frage des Alltags kommen zur Sprache. Wer kocht oder kauft für mich ein? Auch die Pflege der Covid-Patienten wird von der Spitex übernommen. Die Pflegepersonen sind mit Schutzbrille und Schürze zusätzlich geschützt. Marianne Pfister sagt, dass die Spitex Infizierte versorgt und pflegt, die zu Hause bleiben müssen.

 

Umfassende Beratung

Eine solche Situation gilt immer dann, wenn ein Patient besonders schwer erkrankt ist und die Infektion eventuell nicht überlebt. Gemeinsam mit den Ärzten kann die Spitex eine solche anspruchsvolle Pflegeleistung auch zu Hause übernehmen. Besonders wichtig ist die umfangreiche Beratung. Zudem müssen die Menschen aufgeklärt werden, welche Chancen und Möglichkeiten sie in dem Zustand durch die Spitex Wil haben.

Für die Mehrheit der Senioren geht es darum, diese Corona-Pandemie zu überstehen. Dabei bietet die Spitex Kontinuität bei der täglichen Betreuung. Iris Egger hat inzwischen das Haus den nächsten Patienten betreten, um diesen zu betreuen. Die Spitex bringt ihm wenigstens ein wenig Farbe in den Alltag.

Anfangs waren es die Bilder, welche viele Patienten aufgeschreckt hatten. In Norditalien waren die Krankenhäuser überfüllt. Zudem mussten die Ärzte entscheiden, wer behandelt wird und wer eben nicht. Diese Szenen gab es in Aargau Gott sei Dank nie. In der Tat stehen viele Betten seit Wochen in den Spitälern leer. Am letzten Dienstag lagen 78 Corona-Patienten im Spital in Aargau, wovon 22 künstlich beatmet werden mussten.

Wäre es hier allerdings zum schlimmsten Szenario gekommen, dann wären die Spitäler überfüllt gewesen. Am schlimmsten wäre es gewesen, wenn die Spitäler ältere Patienten hätte fernhalten müssen und sie zu Hause schlimmstenfalls gestorben wären. Dies erklärte Max Moor, der Geschäftsleiter des Aargauer Spitexverbandes. Aber glücklicherweise ist es dazu nicht gekommen.

Dennoch hat die Spitex genügend zu tun. Das Unternehmen kümmert sich vor allem um Covid19-Patienten, deren Krankheitsverlauf nicht so schlimm ist und sie daher auch nicht ins Krankenhaus müssen. Die Zahl dieser Patienten steigt allerdings von Tag zu Tag, sagt Daniel Lukic, der Geschäftsleiter der Region Lenzburg. Etwa vor 10 Tagen haben sie mit einem Fall gestartet und mittlerweile sind es neun Klienten. Sogar drei Mitarbeiterinnen der Spitex sind positiv auf das Virus getestet worden.

Bei den positiven Corona-Patienten handelt es sich um Menschen, welche zwischen 50 und 90 Jahren alt sind. Sie werden dennoch zu Hause gepflegt, solange der Zustand stabil ist. Hierunter gibt es aber auch Menschen, die generell nicht ins Krankenhaus wollen und zu Hause bleiben.